Our Vietnam: Vietnamese food

Essen auf der Dachterasse

 

Das letzte europäische Essen vor unserer Vietnamreise. Moritz (Laura’s Bruder) lud uns zu einem leckeren Brunch auf seiner Dachterasse ein. Es war total schön warm, die Bienen schwirrten umher und wenn ich jetzt daran denke, wo es so kalt draußen ist, kann ich kaum glauben, dass es irgendwann wieder so warm sein wird.

Dann das vietnamesische Essen. Ganz anders. Der Duft komplett verschieden, ganz andere Eigenarten das Essen zu zu bereiten und viele tolle neue Dinge, die wir probieren durften:

IMG_1412 IMG_1416 _MG_1989 _MG_1722viele frische Zutaten zum selbst garnieren.

_MG_1380leckere vegetarische Suppen.

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IMG_3190das Essen ist übrigens komplett vegetarisch. 

IMG_3360„sticky rice“

Dann das ganze Essen, welches man am Straßenrand oder auf den zahlreichen Märkten fand:

_MG_2926Hier wurde der Reis getrocknet. Wie man sieht musste jeder Rollerfahrer dadrüber fahren – auch wir. Jedoch ist der Reis ja noch in seiner geschützten „Schale“. 

_MG_3232 _MG_1226Stinkende Durian, die wir dann doch auch mal probierten und feststellten, dass sie gar nicht so schlimm ist, wie erwartet. Außer man isst sie im Dessert 😉

_MG_1199Reis! Reis! Reis!

IMG_1368 IMG_3069 IMG_3057Markt in Hoi An

IMG_2347Mobile Obstverkäuferin. Können wir so etwas in Deutschland auch einführen?! Auf dem Fahrrad!

IMG_3099 IMG_3080Hühner liefen in ganz Vietnam frei herum. Besonders zu sehen auf den Märkten oder in den Bergen bei Sapa.

IMG_3079 IMG_3304Solche Stände gab es alle paar Meter an der  Straße. Mit frischem Obst, gekochtem Essen oder Getränken. 

Die Leute hielten kurz, sprangen von ihren Rollern, kauften was an der Straße und fuhren weiter. Es wurde eh viel auf der Straße gegessen.

IMG_3253 IMG_3473 IMG_3074 IMG_3094 IMG_3276oder traditionellen vietnamesischen Kaffee getrunken.

_MG_1765 _MG_1754Von unserer Couchsurferin Anh bekamen wir Luna Gebäck mit einem Eigelb in der Mitte. 

Dann gab es Dinge, die man im Leben nicht in Deutschland probiert hätte.

IMG_3422Hühnerfüße!?

IMG_3427Ganzer Fisch mit Innereien, kurz gekocht in einer Suppe?!

IMG_3428 IMG_3443Den Vietnamesen schmeckt es.

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_MG_2075Das haben wir zum Glück nicht probieren (müssen). 

_MG_2742Aber das. Schmeckt wie Reispuffer, sehr lecker. 

IMG_2005Das günstigste Essen: Eine vegetarische Suppe für umgerechnet 36 cent!! Unglaublich frisch und unglaublich lecker.

IMG_3211 IMG_2947So etwas ist Dessert. Konnten wir uns selbst in einem Glas zusammenstellen. Eine Mischung aus Kokos, Bohnen, Gelatine, Banane und anderen uns unbekannten Dingen. 

IMG_2970Nachtflohmarkt in Hue.

_MG_3251Algen, Bohnen, …

_MG_1597Schaut euch diese Ananas an. Ist sie nicht schön? Photo by Laura

_MG_1484Wassermarkt in Can Tho.

Also das Essen war absolute Spitzenklasse und mit dem vietnamesischen Essen hier in Berlin nicht zu vergleichen. Ich vermisse die günstigen Gerichte von der Straße sehr und es ist toll mal so ein ganz anderes Essen zu entdecken, welches dann noch so unglaublich lecker schmeckt. Vietnamesische Küche? Für mich einer der Besten.

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Our Vietnam – Huế

Nachtbus

Mit dem Nachtbus geht es wieder zurück zum Dreh und Angelpunkt Hanoi. Hier bleiben wir wieder einige Tage, um unsere Reise weiter Richtung Zentralvietnam fortzusetzen. Nächster Halt: Hue.

Hue ist kein Stopp gewesen, der mit sehr vielen Momenten in Erinnerung geblieben ist. Das lag aber vor allem daran, dass wir ein wenig unternehmungsfaul waren und anscheinend auch ein wenig Erholung brauchten. Daher nur ein paar Bilder vom Nachtflohmarkt, einer beleuchteten Brücke und einem Eingang einer Denkmalanlage.

Frau kocht Bunte Desserts Blaue Frau Tanzend über die bunte Brücke Photo by Laura .

Our Vietnam – Sapa

Landschaft II

Vom Meer geht’s in die entgegengesetzte Richtung nach Sapa. Sapa, ein kleines Dörflein in den Bergen, inzwischen sehr touristisch. Als wir da ankommen, verstehe ich wieso. Eine unglaublich schöne Landschaft breitet sich vor uns aus. Zahlreiche Reisfelder und kleine Wege, die durch diese führen.

Reisfelderlandschaft Spinnennetze Mann

In unserem Hotel gibt es zu meinem Glück eine Badewanne. Ich lege mich in den Schaum und singe, um mich von der Fahrt hier her zu erholen. Wir sind zum ersten Mal Nachtbus gefahren. Jeder liegt auf einer Liege mit Polsterkissen und dünner Decke zum zudecken. Ich bin zu groß für diese Liegen und muss deswegen meine Füße in ein kleines Fach zwängen. Doch das ist nicht der Grund warum ich die komplette Nacht nicht schlafen kann. Gerade bei meiner Liege ist der Anschnaller kaputt und ich verspüre Gefühle, die der Todesangst ähneln. Denn der Weg hat Kurven, viele extreme Kurven. Den Busfahrer scheint dies nicht zu kümmern. Ich halte mich die ganze Zeit an einer kleinen Halterung fest um ja nicht runter zu fliegen. Ich habe Angst, mir ist von der Klimaanlage total kalt. Als wäre das nicht genug, regnet es noch in Strömen. Ein Loch in der Buswand, direkt über meinem Kopf, hält mich des weiteren vom Schlafen ab. Egal wie ich mich lege, ich bekomme das Wasser ab. Laura schläft seelenruhig und ich beobachte die digitalen Uhr, wie sie von 20.00 auf 02.00 und auf 04.00 springt. Ich bin froh, als es endlich hell wird und wir ankommen.

Doch außer das Bad gibt es keine Verschnaufpause. Weiter geht’s, wir wollen Wandern. Wir sind eine kleine Gruppe von 6 Leuten + Einheimischer, der uns führt. 6 km sollten ja nicht viel sein, doch es geht steil hinab und anschließend wieder hoch. Nach diesem Tag schlafe ich wie ein Stein.

IMG_2669Durch Fluss_MG_2059Wasserfall

Es sind nur 3 Tage, aber sie sind anstrengend. Wir wandern und wandern und müssen aufpassen, wo wir hin treten. Man kann nicht so viel sehen von der wunderschönen Landschaft. Es ist schlammig, dann wieder steil, anschließend feucht und wieder schlammig. Laura rutscht mehrere Male aus, die Arme. Ich kann sie nicht halten, wir bekommen zum Glück Hilfe von den Einheimischen, die ohne Probleme durch die Berge laufen. Mit Kind auf dem Rücken.

Minidorf Naturnormal IMG_2579 Reis

Wir laufen durch winzige Dörfer und ich versuche mir vorzustellen wie die Menschen hier leben. Sie führen ein sehr einfaches Leben, doch viel mehr in Einklang mit Tier und Natur. Hühner, Hunde, Rinder und Katzen durchqueren immer wieder unseren Weg.

Handarbeit Hund schläft Dorfszenerie Tiere überall _MG_2329Laura

Es gibt viele Kinder, die auf der Straße Klein Kram verkaufen. Sie tun mir leid, dass sie nicht in die Schule gehen können, sondern zum Verkaufen geschickt werden. Es sind dutzende, die immer wieder im gleichen Singsang ihre englischen Sätze runter rattern („buy one for meee!“)

Kinder verkaufen Kleinkram

Überhaupt sind viele Kinder unterwegs, sie spielen auf den Straßen und im Wasser mit Dingen, die die Natur ihnen gibt, ich muss an meine Kindheit zurück denken, als ich auf der Wiese neben unserem Haus mir Geschichten und Spiele mit Nachbarskinder ausgedacht habe und wir so durch das hohe Gras rannten und auf den Baum kletterten.

Straßenkind Spielende KinderKinder, die im Wasser spielenDrahtbrücke Tal Hallo

Die letzte Nacht verbringen wir bei einer traditionellen Familie, ein sogenanntes „homestay“. Wir Touristen werden unterm Dach in einem Matratzenlager einquartiert. Wir können im Liegen aus einem kleinen Fenster ohne Scheibe in den blauen Himmel schauen. Wir sind total geschafft vom vielen laufen, uns ist total warm und die Füße schmerzen. Doch es fühlt sich gut an. Hier zu liegen unter den Moskitonetzen mit ausgestreckten Beinen und heißem Kopf. Wir trinken selbstgemachten Reiswein, bekommen Crêpes am morgen serviert, laufen wieder viele viele Kilometer in verschiedenen Höhen und kaufen dann doch das ein oder andere Souvenir. Die Berge faszinieren mich immer. Egal ob beim Ski fahren in den Alpen oder jetzt hier in Vietnam. die drei Tage sind anstrengend und ich freu mich, dass es weiter geht. Aber ich werde diese vielen schönen Bilder aus der kurzen Zeit in den Bergen Vietnams nicht vergessen. Es war toll!

P.S Viele Fotos hat Laura gemacht, da sie mehr Muse hatte beim Wandern Fotos zu machen. danke Laura, dass ich sie hier bei jedem Post über Vietnam verwenden kann!

Our Vietnam – Hà Nội

Das Flugzeug bringt uns schnell nach Hanoi. Die Sonne scheint und wir sind vollkommen von den Socken. Wir essen eine für Hanoi typische Pho (Brühe mit frischen Kräutern), jedoch ohne Bo (Rind). Es ist wieder sehr laut, durch die vielen Rollerfahrer und diversen Straßenarbeiter, aber wir genießen es diesmal und beobachten stumm das wilde Treiben.

Pho Bo in der Morgenssonne Leben in Hanoi Just this

Wir beziehen unser Hostelzimmer und fangen an durch die bunten Straßen zu laufen. Wir treffen andere Touristen und entschließen uns kurzerhand dazu mit einem Niederländer zusammen ein ultrasüßes Dessert mit Kokosmilchpaste und Bohnen zu essen, währenddessen Laura’s Schuhe repariert werden. Wir schlendern anschließend also zu dritt weiter durch die Straßen bis zum Hoan Kiem See.

Mein Respekt vor diese Tragekunst You... Hanoi, welcome! Weiterhin Sport

Inzwischen hat es angefangen zu dämmern und die Vietnamesen fangen an wie wild Sport am See zu machen. Wir sind vollkommen beeindruckt von dem regen Treiben am Wasser. Egal ob Kind oder Senior, jede Altersstufe ist hier vertreten und man hat das Gefühl, als findet jeder ganz natürlich seinen Platz zum verweilen, zum beobachten, zum Sport machen oder zum unterhalten.

Straßenleben Lake Abendlicher Sport

Die Tage enden hier meist viel früher für uns, was aber nicht stören würde, wenn man am nächsten Tag nicht mit Bauchschmerzen aufwachen würde. Denn genau so ist es dann. Ich fühle mich total schlapp, muss ständig das stille Örtchen aufsuchen und krümme mich vor Bauchweh. Also muss Laura alleine los die Stadt weiter bekunden. Ich liege im Bett, habe zum Glück eine Klimaanlage und ärgere mich über meinen sensiblen Bauch. Eigentlich wollten wir sehr bald weiter nach Halong Bay und in die Berge, aus dem Plan wird jetzt natürlich nichts mehr.

Wie von Zauberhand geht es mir jedoch am nächsten Tag fast wieder so, als sei nichts gewesen, so dass ich mich wieder raus wage, wieder was anderes esse außer Reis und wir das Museum für schöne Künste und den Tempel der Literatur besuchen.

Museum Laurii Tempel Glücklich am See Hochzeichtsfotos

Wir fahren Rollertaxi, testen eine Rikscha und buchen abends die weitere Reise bei einem ziemlich lustigen Vietnamesen, der so ein ulkiges Englisch (wie ein Roboter) spricht, dass uns die Tränen vor Lachen kommen. Hanoi ist lebendig, Hanoi ist wild und betörend und zwar wissen wir es jetzt noch nicht, aber wir werden noch weitere Tage in dieser interessanten Stadt verbringen.

Rollertaxi Huttragend Who is that?!

So schnell konnte ich gar nicht gucken, da verwandelte ich mich schon in eine Vietnamesin. Schwupp so schnell wie die Verwandlung gekommen ist, verschwand sie auch schon wieder und wir konnten unsere weitere Reise antreten.

Nächster Stopp: Halong Bay!!!

P.S: Hier sind die Beiträge unserer bisherigen Reise.

Our Vietnam – Phú Quốc

Wir sitzen auf einer vollen Fähre, die uns zu unserem nächsten Ort bringt. Eine Insel im Süden vor Kambodscha. Drin läuft ein schlecht synchronisierter Film und es stickig, daher gehen wir raus. Es ist unglaublich windig, da wir sehr schnell fahren. Ich versuche Fotos zu machen und werde daraufhin natürlich gleich angesprochen.

Auf der Fähre nach Phu Quoc Auf der Fähre nach Phu QuocII

Ich halte meine Kamera gut fest aus Angst eine zu große Welle könnte sie mir entreißen. Wir fahren so schnell, dass wir nach kurzer Zeit da sind. Nun müssen wir noch eine Schlafmöglichkeit finden. Leider gab es keine passenden Couchsurfer für uns, so dass wir uns zwei Hostels aufgeschrieben haben. Diese erreichen wir aber nie, da der Taxifahrer uns da nicht hinfahren will. Wir diskutieren , geben aber schließlich nach und lassen uns zu einem im Vergleich billiges Hotel bringen. Immerhin sind wir hier direkt am Meer und haben ein kleines Bungalow nur für uns. Wir gehen erst einmal baden im kaum salzigem Meer. Es tut so gut. Die Wellen sind hoch, aber nicht gefährlich, das Wetter ist fast zu wild zum baden, so dass wir die einzigen im Wasser sind. Wir lachen und kichern und endlich fühle ich mich richtig angekommen.

Bungalows auf Phu Quoc Island Unser Bungalow

Unser Zimmer sieht auf dem ersten Blick ganz schön aus. Wir haben sogar zwei Hängematten im Eingangsbereich, doch die Freude hält nicht lang. Ein großer Sturm mit viel Regen zieht über Nacht auf, wir liegen in den Betten und es tropft überall, dicke schwarze Spinnen an den Wänden, denn anscheinend wollen sie auch nicht nass werden. In unser Bett, auf unsere Sachen, überall ist es nass. Ich liege in der Embryohaltung im Bett und friere ein wenig, versuche aufzupassen, dass nicht zu viel Wasser auf mich tropft.

Nächsten Morgen sehen wir, dass es nicht nur ein paar Tropfen waren, sondern dass riesige Pfützen auf dem Boden verteilt sind.  Eine zweite Nacht halten wir noch da aus, dann ziehen wir endlich um in ein neues Bungalow.

Wir lesen viel, es gibt ein kleines Regal mit Büchern, sogar Deutschen, so dass wir noch genug Nachschub haben. Außerdem schlafen wir viel, denn das Wetter wird immer ungemütlicher, inzwischen zu stürmisch und kalt zum baden und leider grenzen wir an keine richtige Stadt an, die wir uns anschauen könnten. Nach dem dritten oder vierten Tag ist es zu viel Langeweile, so dass wir auf die glorreiche Idee kommen einen Roller zu mieten.

Gesagt, getan. Führerschein brauchen sie nicht sehen, es genügt einmal hoch und runter zu fahren und schon geht es los. Leider nur für eine kurze Zeit, da es wieder heftig anfängt zu schütten. Ah, dieser Regen. Zum Glück sind wir in der nächstgelegenen Stadt namens Dương Đông, so dass wir schnell unseren Roller parken und uns zum Schutz in einen Straßenrestaurant flüchten. Wir bestellen eine Suppe. Sie schmeckt widerlich. Das erste vietnamesische Essen, welches uns nicht schmeckt. Wir versuchen höflich zu sein und einige Löffel zu essen, außerdem wärmt sie schön, denn der Regen macht die Luft sehr kalt. Wir sitzen lange da und überlegen was wir nun machen sollen. Wieder umkehren, um sich beim Bungalow wieder zu langweilen, ist keine Alternative. Weiterfahren in diesem starken Regen auch nicht. Wir sitzen und sitzen auf diesen kleinen ungemütlichen Plastikstühlen, als plötzlich eine alte Frau mit einem großen Wagen voll mit Zeug vorbei kommt. Er sieht groß und schwer aus und es dauert lange. Wir schauen ihr zu. Sie ist schon fast aus unserem Blickfeld verschwunden, da fällt uns ein, dass wir bei dieser Frau bestimmt auch so Regencapes kaufen könnten, wie sie die Vietnamesen beim Rollerfahren oft tragen. Also rennen wir der Frau schnell hinterher und kaufen die billigsten Capes.

Zum Glück hat der Regen etwas aufgehört, so dass wir uns halb nass, aber geschützt durch das Cape, weiter machen. Ich bleibe trocken, aber friere. Setze Laura’s Sonnebrille auf um durch die vielen fliegenden Regentropfen etwas sehen zu können. Die Straße ist gut und sehr leer, so dass wir relativ schnell fahren können.

Die Landschaft zieht an uns vorbei, wir sehen Kinder spielen, Rinder, die auf der Straße stehen und kleine Hütten, die Flaschen voll Benzin verkaufen. Doch die Straße hört auf einmal auf und die Straße wird immer ländlicher und schwieriger zu befahren.

Dresscode auf dem Roller Schlammwege Rutschige Brücken Matschige Wege überall

Irgendwann besteht der Boden nur noch aus Schlamm, der immer schlimmer wird, da er durch den vielen Regen immer mehr aufweicht. Wir stehen vor einer kleinen Brücke. Ich habe Angst, will da auf keinen Fall drüber. Wie soll ich denn bitte einen Roller mit zwei Personen über so eine kleine rutschige Brücke lenken? Wir haben Zuschauer und mir bleibt nichts anderes übrig, denn das ist der einzige Weg.

Natürlich schaffen wir es und ich fühle mich, als hätte ich gerade den Himalaya bestiegen. Doch das war noch gar nichts zu dem, was noch kommen sollte. Uns wurde empfohlen gen Norden zu fahren, da dort die Strände viel weniger besucht sind, als im Süden. Also ist unser Ziel eine kleine Rundreise im Norden der Insel zu machen. Wir haben eine Karte mit eingezeichneten Weg mit. Doch sie ist sehr ungenau und je öfter wir sie raus holen, um so mehr geht sie durch den Regen kaputt.

Unsere Geschwindigkeit einst um die 50 km/h, gilt jetzt eher einem Schneckentempo. Ich will am liebsten absteigen und schieben, doch das geht nicht, denn überall sind riesige Schlaglöcher voll mit Wasser oder knöcheltiefer Schlamm.

Der Roller rutscht hin und her. Die Schuhe haben wir inzwischen ausgezogen und versuchen barfuß gegen zu halten. Immer wieder schreie ich auf. Vor Panik, weil ich verzweifelt nicht weiß wie wir weiter kommen sollen.  Vor Freude, wenn wir wieder ein Stück geschafft haben. Immer wieder sage ich zu Laura, dass ich nicht mehr will, dass es nicht mehr weiter geht. Doch es geht. Wir sind zum Glück die einzigen auf dieser Straße, die man eigentlich nicht Straße nennen kann. Wenn dann mal ein Rollerfahrer kommt, ist er in Nullkommanichts wieder weg. Ich frage mich wie sie das schaffen ohne komplett auszurutschen und mit dem Roller in der roten aufgeweichten Erde zu liegen.

Strände sehen wir. Viele. Tolle. Strände. Wir ziehen die klebrigen Regencapes aus , halten unsere dreckigen Füße ins Wasser und versuchen den Anblick zu genießen. Doch eine Melancholie liegt in der Luft. Wir vergessen irgendwann, dass der Weg das Ziel ist und fahren und fahren ohne Anzuhalten. Wir suchen verzweifelt das bessere Wetter, welches wir natürlich nicht finden an diesem Tag.

Verlassene Strände

Nach gefühlten Stunden voll mit Adrenalin finden wir ganz im Norden der Insel ein Restaurant direkt am Wasser. Wir sind die einzigen Gäste. Es gibt Hängematten, wir genießen die Ruhe und tanken neue Energie für den zweiten Teil der Strecke.

Wir finden uns in kleinen Dörfern wieder, wo wir mit Händen und Füßen versuchen nach dem Weg zu fragen und landen im Dschungel bzw. im Regenwald. Ein Wahnsinnsausblick. Laura überredet mich anzuhalten und diese Szenerie noch besser zu genießen. Es ist allmählich ein wenig am dämmern und wirkt durch die dichten dunklen Blättern noch dunkler. Es ist ganz leise, nur von weiten hört man irgendeinen Motor. Nein, eigentlich stimmt das nicht, wenn man die Augen schließt hört man jeden einzelnen Regentropfen auf den Blättern tanzen. Wir stehen am Straßenrand und lauschen. Ich werde diesen Moment nie vergessen. Leider ist der Akku der Kamera leer, so dass wir kein Foto machen können.

Wir haben Angst nicht vor Dunkelheit wieder auf festem Weg zu sein, auf Wegen, die in der Karte eingezeichnet ist. Wir bekommen Panik und fühlen uns komplett verloren. Doch plötzlich, ganz schnell ändert der kleine Pfad zu der großen Schnellstraße von der wir gekommen sind. Die Erleichterung ist so groß, wir jubeln, schreien und lachen laut voller Freude. Wir haben es geschafft. Wir kommen wieder sicher nach Hause. Solch ein tolles Abenteuer, machte die Reise auf die Insel allemal wert.

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Um das Abenteueregfühl weiter zu genießen, machen wir am nächsten Tag eine Bootsfahrt inklusive Besuch eines alten Gefängnis, einer Perlenfarm, einer der schönsten Strände auf der Insel und einer Reiswein- und Fischölfabrik.

Wir sitzen auf dem Boot und sollen fischen. Einige fangen wirklich ein oder zwei Fische. Ich sehe sie da liegen, kurz vorm sterben und bringe es nicht über das Herz meine Angel weiter ins Wasser zu halten. Wir lächerlich, da ich doch genau weiß, dass wir später unter anderem Fisch zu Mittag bekommen und auch essen werden.

Bunte Boote Essen wir vorbereitet

Wir ankern vor einem Riff und gehen schnorcheln, essen alle gemeinsam an einem Tisch zu Essen, wir sind die einzigen Europäer. Wir stehen oben auf dem Deck und lassen uns durch den Wind und die Wellen herum wirbeln. Wir haben viel Spaß, lachen und genießen diesen Tag im besonderen.

Wind? Wo?! Cool girl! beautiful beach just laying in salty water

Nach einigen Tagen der Langeweile, einigen Tagen voller Adrenalin fliegen wir weiter nach Hanoi. Davon in einem weiteren Blogbeitrag bald mehr.

P.S Hier sind Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 meiner fünfwöchigen Reise durch Việt Nam!