Our Vietnam – Sapa

Landschaft II

Vom Meer geht’s in die entgegengesetzte Richtung nach Sapa. Sapa, ein kleines Dörflein in den Bergen, inzwischen sehr touristisch. Als wir da ankommen, verstehe ich wieso. Eine unglaublich schöne Landschaft breitet sich vor uns aus. Zahlreiche Reisfelder und kleine Wege, die durch diese führen.

Reisfelderlandschaft Spinnennetze Mann

In unserem Hotel gibt es zu meinem Glück eine Badewanne. Ich lege mich in den Schaum und singe, um mich von der Fahrt hier her zu erholen. Wir sind zum ersten Mal Nachtbus gefahren. Jeder liegt auf einer Liege mit Polsterkissen und dünner Decke zum zudecken. Ich bin zu groß für diese Liegen und muss deswegen meine Füße in ein kleines Fach zwängen. Doch das ist nicht der Grund warum ich die komplette Nacht nicht schlafen kann. Gerade bei meiner Liege ist der Anschnaller kaputt und ich verspüre Gefühle, die der Todesangst ähneln. Denn der Weg hat Kurven, viele extreme Kurven. Den Busfahrer scheint dies nicht zu kümmern. Ich halte mich die ganze Zeit an einer kleinen Halterung fest um ja nicht runter zu fliegen. Ich habe Angst, mir ist von der Klimaanlage total kalt. Als wäre das nicht genug, regnet es noch in Strömen. Ein Loch in der Buswand, direkt über meinem Kopf, hält mich des weiteren vom Schlafen ab. Egal wie ich mich lege, ich bekomme das Wasser ab. Laura schläft seelenruhig und ich beobachte die digitalen Uhr, wie sie von 20.00 auf 02.00 und auf 04.00 springt. Ich bin froh, als es endlich hell wird und wir ankommen.

Doch außer das Bad gibt es keine Verschnaufpause. Weiter geht’s, wir wollen Wandern. Wir sind eine kleine Gruppe von 6 Leuten + Einheimischer, der uns führt. 6 km sollten ja nicht viel sein, doch es geht steil hinab und anschließend wieder hoch. Nach diesem Tag schlafe ich wie ein Stein.

IMG_2669Durch Fluss_MG_2059Wasserfall

Es sind nur 3 Tage, aber sie sind anstrengend. Wir wandern und wandern und müssen aufpassen, wo wir hin treten. Man kann nicht so viel sehen von der wunderschönen Landschaft. Es ist schlammig, dann wieder steil, anschließend feucht und wieder schlammig. Laura rutscht mehrere Male aus, die Arme. Ich kann sie nicht halten, wir bekommen zum Glück Hilfe von den Einheimischen, die ohne Probleme durch die Berge laufen. Mit Kind auf dem Rücken.

Minidorf Naturnormal IMG_2579 Reis

Wir laufen durch winzige Dörfer und ich versuche mir vorzustellen wie die Menschen hier leben. Sie führen ein sehr einfaches Leben, doch viel mehr in Einklang mit Tier und Natur. Hühner, Hunde, Rinder und Katzen durchqueren immer wieder unseren Weg.

Handarbeit Hund schläft Dorfszenerie Tiere überall _MG_2329Laura

Es gibt viele Kinder, die auf der Straße Klein Kram verkaufen. Sie tun mir leid, dass sie nicht in die Schule gehen können, sondern zum Verkaufen geschickt werden. Es sind dutzende, die immer wieder im gleichen Singsang ihre englischen Sätze runter rattern („buy one for meee!“)

Kinder verkaufen Kleinkram

Überhaupt sind viele Kinder unterwegs, sie spielen auf den Straßen und im Wasser mit Dingen, die die Natur ihnen gibt, ich muss an meine Kindheit zurück denken, als ich auf der Wiese neben unserem Haus mir Geschichten und Spiele mit Nachbarskinder ausgedacht habe und wir so durch das hohe Gras rannten und auf den Baum kletterten.

Straßenkind Spielende KinderKinder, die im Wasser spielenDrahtbrücke Tal Hallo

Die letzte Nacht verbringen wir bei einer traditionellen Familie, ein sogenanntes „homestay“. Wir Touristen werden unterm Dach in einem Matratzenlager einquartiert. Wir können im Liegen aus einem kleinen Fenster ohne Scheibe in den blauen Himmel schauen. Wir sind total geschafft vom vielen laufen, uns ist total warm und die Füße schmerzen. Doch es fühlt sich gut an. Hier zu liegen unter den Moskitonetzen mit ausgestreckten Beinen und heißem Kopf. Wir trinken selbstgemachten Reiswein, bekommen Crêpes am morgen serviert, laufen wieder viele viele Kilometer in verschiedenen Höhen und kaufen dann doch das ein oder andere Souvenir. Die Berge faszinieren mich immer. Egal ob beim Ski fahren in den Alpen oder jetzt hier in Vietnam. die drei Tage sind anstrengend und ich freu mich, dass es weiter geht. Aber ich werde diese vielen schönen Bilder aus der kurzen Zeit in den Bergen Vietnams nicht vergessen. Es war toll!

P.S Viele Fotos hat Laura gemacht, da sie mehr Muse hatte beim Wandern Fotos zu machen. danke Laura, dass ich sie hier bei jedem Post über Vietnam verwenden kann!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s